Im Ort Hackpfüffel hatte die Tochter des Rittergutbesitzers von Hacke ein sorgenfreies Leben. Ihr Name war Elisabeth und sie dachte tagein und tagaus nur über den Mann nach, welcher sie später zur Frau nehmen würde. Sie begutachtete jeden Gast und war enttäuscht, weil niemand ihre sehnsüchtigen Blicke erwiderte. Da auch ihre Gebete nicht erhört wurden, bat sie eine alte Wahrsagerin, die am Waldesrand wohnte, um Rat. Diese sah sie lange an und kicherte schließlich: „Du sollst in Hackpfüffel deine Antwort finden. Es gibt dort einen ganz besonderen Stein, einen großen Menhir, der wahrlich magische Kräfte besitzt. Wenn Du ihn in einer Vollmondnacht mit der linken Hand berührst und dabei deinen Wunsch flüsterst, wird das alte Wissen des Steins durch Dich hindurchfließen. Eile danach ins Schloss, setze Dich um Mitternacht vor den großen Spiegel, entzünde eine Kerze und iss einen Apfel mit der linken Hand, sodann wirst Du im Spiegel sehen, wer Dich in Wahrheit begehrt!“
Das Mädchen machte sich sofort auf den Weg und tat in der nächsten Vollmondnacht so, wie ihr geheißen. Elisabeth merkte tatsächlich, wie die Energie des Steins ihren Körper durchströmte. Es war kurz vor Mitternacht, sie flüsterte ihren Wunsch und eilte schnell zurück ins Schloss. Sie setzte sich vor den großen Spiegel und schaute mit neugierigen Augen in ihr Spiegelbild. Die Glocke der Kirche schlug 12 mal und nichts passierte. Ganz aufgeregt suchte sie alles ab und wollte endlich sehen, wer sie denn nun begehren würde. Plötzlich bekam der Spiegel einen dunklen Schleier und mit einem Mal erschrak das Mädchen fürchterlich: Wer Sie jetzt aus dem Spiegel anstarrte war der Gevatter Tod. Er grinste und nickte ihr zu! Sie rannte davon, ließ panisch den Apfel fallen, rutschte auf selbigen aus und brach sich das Genick…
Obwohl die Dienerschaft sofort zur Stelle war, verschwand die Leiche von Elisabeth auf unerklärliche Weise! Ein Gast des Wirtshauses berichtete am nächsten Tag von seinem Nachhauseweg, dass kurz nach Mitternacht der große Menhir magisch geleuchtet habe. Niemand wollte ihm glauben. Der Menhir von Hackpfüffel kennzeichnete früher einen Gerichtsplatz und wurde erst 1920 an seinen heutigen Platz bei der Kirche versetzt. Elisabeth streift aber noch heute in Vollmondnächten umher, um nach ihrem Mann Ausschau zu halten…. Gebt Acht!