Sophie von Derenburg

Sophie von Derenburg und die vier Augen
Vor langer Zeit verliebte sich die junge Witwe Sophie von Derenburg in den Sohn des Regensteiner Grafen. Obwohl Sie bereits zwei Kinder hatte und von niederem Stand war, schien dies den jungen Prinzen nicht zu stören. Sie verbrachten wunderschöne Stunden miteinander.
Da eine solche Verbindung nicht den Vorstellungen der Zeit entsprach, fragte eines Tages Sophie den Prinzen, ob dieser sie heiraten würde… Nach einer kurzen Bedenkpause erwiderte der Prinz, dass ihrer Verbindung „vier Augen“ im Wege stünden…
Sophie war in den folgenden Tagen hin- und hergerissen, denn sie musste sich zwischen ihren beiden Kindern und der Liebe ihres Lebens entscheiden. Und so kam es, dass Sie tatsächlich die Lebensfäden ihrer Kinder durchtrennte!
Gleich im Anschluss machte Sie sich auf den Weg zu ihrem Geliebten und berichtete diesem ihre grausame Tat. Der Prinz fiel daraufhin aus allen Wolken! …so hatte er mit den „vier Augen“ doch seine Eltern gemeint, die einer derartigen Verbindung niemals zugestimmt hätten. Aus Liebe wurde Abneigung und so überlegte sich der Prinz eine ganz besondere Strafe: Der Torturmeister wurde beauftragt ihr Gesicht zu „vernageln“, so dass Sophie von Derenburg nie mehr in der Lage wäre zu sehen oder zu sprechen. Dabei schrie Sophie nicht, sondern sie umklammerte nur die Puppe eines ihrer Kinder. Nach dieser Tortur wurde sie bei lebendigem Leibe in einen Turm der Feste Regenstein eingemauert. Bis zu ihrem Tode musste sie über sich und ihre Kinder nachdenken. Sie soll nach wenigen Tagen verstorben sein, doch bis heute ist sie nicht zur Ruhe gekommen… In stürmischen Nächten taucht Sophie als schwarze Frau auf und wandelt wimmernd umher. Ihr Erscheinen steht mit großem Unheil in Verbindung. Gebt Acht!